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Mahamat-Saleh Haroun


Porträt

Mahamat-Saleh Haroun

Biografie

Mahamat-Saleh Haroun wurde 1961 im Tschad geboren, studierte in Paris zunächst Film am „Conservatoire Libre du Cinéma Francais“, bevor er 1986 an die Universität Bordeaux wechselte und dort ein Journalistikstudium begann. Während dessen arbeitete er freiberuflich für Zeitungen und Rundfunksender. 1994 realisierte er seinen ersten Kurzfilm Maral Tanié, dem Kurzfilme wie Goi-Goi folgten. International bekannt wurde er 1999 mit dem semidokumentarischen Spielfilm Bye Bye Africa, in dem er selbst die Hauptrolle spielte und der beim Festival in Venedig zwei Preise gewann.

Nach dem Hintergrund für seinen zweiten 2002 fertig gestellten Spielfilm Abouna – Der Vater gefragt, sagte Mahamat-Saleh Haroun, dass es im Tschad ein Phänomen gäbe, das sich immer weiter ausbreite: „Jeden Morgen hört man Suchmeldungen von Frauen im Radio, deren Ehemänner spurlos verschwunden sind. Niemand hat eine richtige Erklärung dafür. Es mag mit veränderten Familienstrukturen zusammenhängen, mit denen die Männer nicht zurechtkommen. Jedenfalls sind diese ‚Phantomväter’ ein echtes soziales Problem geworden. Sie sagen, sie wollten mal eben über die Grenze nach Kamerun auf den Markt, um dort billig einzukaufen, und werden nie mehr gesehen.“
Mahamet-Saleh Haroun zeigt – begleitet vom Blues des malischen Musikers Ali Farka Touré – „die Gefühle der Zurückgebliebenen, vor allem der Kinder.

Filmografie

Maral Tanie (1994): Drehbuch, Regie

Grigris (2013): Drehbuch, Regie

Daratt (2006): Drehbuch, Regie

Abouna (2002): Regie, Drehbuch



 

Titelbild: An announcement about the construction of Ciné Guimbi in Burkina Faso. (Photo: Marilia Guiraud/Ciné Guimbi)